Nach einem Sommer, der von tödlichen Hitzewellen und verheerenden Waldbränden in ganz Europa geprägt war, fordert der Volt-Europaabgeordnete Kai Tegethoff verbindliche Klimaresilienz-Checks für den gesamten EU-Haushalt, zweckgebundene nationale Mittel für Klimaanpassung sowie eine europäische Absicherung, damit Haushalte angesichts zunehmender Klimarisiken nicht ohne Versicherungsschutz dastehen.
Schätzungen zufolge sind in diesem Sommer mehr als 36.000 Menschen infolge der Hitze gestorben. Waldbrände und andere Extremwetterereignisse verursachten innerhalb einer einzigen Saison europaweit wirtschaftliche Schäden in Höhe von schätzungsweise 180 Milliarden Euro. Allein in Deutschland entsprachen die Verluste rund 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Die Kosten sind enorm
„Die Waldbrände sind gelöscht und die Temperaturen gesunken. Medien richten ihre Aufmerksamkeit schon wieder auf andere Themen, aber die Tragödie ist nicht vorbei. In ganz Europa haben Familien ihr Zuhause verloren und Gemeinden stehen vor dem Wiederaufbau. Die Kosten sind enorm – sowohl für die Betroffenen als auch für die Kommunen. Klimaanpassung ist keine abstrakte Umweltpolitik. Es geht darum, ob Menschen sicher in ihrem Zuhause leben können und ob sie es sich weiterhin leisten können, es zu versichern.“
Tegethoff, Mitglied im Umweltausschuss des Europaparlaments, kritisiert Versuche der politischen Rechten, Ausgaben für Klimaresilienz als unnötige Belastung darzustellen. Die Kosten mangelnder Vorsorge seien bereits heute um ein Vielfaches höher.
„Uns wird erzählt, Klimaresilienz sei zu teuer und der Schutz von Häusern und Gemeinden sei nur zusätzliche Bürokratie. Aber wenn Versicherer sich zurückziehen und ganze Gebiete für nicht mehr versicherbar erklären, muss trotzdem jemand die Rechnung bezahlen. Ohne staatliches Handeln sind das am Ende die ganz normalen Menschen.“
Dieses Versprechen muss finanziert werden
Tegethoff fordert verbindliche Klimaresilienz-Checks für den gesamten EU-Haushalt, damit europäische Ausgaben keine neuen Risiken durch Hitze, Dürre, Überschwemmungen und Waldbrände schaffen oder bestehende Risiken verschärfen. Darüber hinaus fordert er zweckgebundene nationale Mittel für Klimaanpassung sowie eine europäische Absicherung gegen wachsende klimabedingte Versicherungslücken, damit Familien nicht allein gelassen werden, wenn sich private Versicherer aus Hochrisikogebieten zurückziehen.
Tegethoff, der auch während einer Debatte im Europäischen Parlament am Dienstag die Dringlichkeit stärkerer europäischer Maßnahmen betont hat, fordert Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, die Klimaanpassung ins Zentrum ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch zu stellen und politische Zusagen mit konkreten Finanzmitteln und verbindlichen Maßnahmen zu unterfüttern.
„Anpassung ist die günstigste Absicherung, die wir je bekommen werden. Europa kann entweder jetzt in den Schutz von Menschen, Häusern und Infrastruktur investieren – oder nach jeder Hitzewelle, jedem Waldbrand und jeder Überschwemmung ein Vielfaches bezahlen. Ursula von der Leyen sollte Klimaresilienz in ihrer Rede zur Lage der Union zur Priorität machen. Und dieses Versprechen muss auch finanziert werden.“
Für Tegethoff hat dieser Sommer gezeigt, dass es nicht ausreicht, sich allein auf Notfallmaßnahmen und lokale Solidarität zu verlassen. In ganz Europa mussten Menschen immer wieder selbst ihre Nachbarn evakuieren, Brände bekämpfen und nach Katastrophen den Wiederaufbau stemmen.
„El pueblo salvando al pueblo – Menschen retten Menschen – darf keine tragische Notwendigkeit sein. Europäische Solidarität bedeutet, dafür zu sorgen, dass Gemeinden vorbereitet sind, bevor die Katastrophe eintritt. Wir müssen jetzt öffentliche Gelder in die Zukunft der Menschen investieren, statt hinterher für vermeidbare Zerstörung zu bezahlen.“