Wie die EU Bahnfahren leichter macht
Bahnfahren in Europa – das ist heute immer noch oft ein Abenteuer. Hochgeschwindigkeitszüge verbinden unsere Metropolen, doch wer über eine Grenze fährt, muss starke Nerven haben, improvisieren können und sich mit unterschiedlichen Apps und Plattformen herumschlagen. Denn noch immer teilen die großen Bahnunternehmen nicht alle ihre Daten, und vor allem enden Fahrgastrechte oft an der Grenze oder spätestens beim Umsteigen. Denn viele Anbieter verkaufen nicht eine komplette Reise, sondern mehrere Einzeltickets für die nationalen Gesellschaften. Wer also von Köln nach Warschau fährt und den Anschluss in Berlin verpasst, hat nicht automatisch Anspruch auf eine kostenlose Umbuchung in Richtung Polen – das hängt rein von der Kulanz der Staatsbahnen ab. Ich finde: Wenn es eine durchgängige Reise ist, muss es auch ein einziges Ticket geben – im Flugverkehr ist das schon lange so. Genau dafür setze ich mich mit meiner Arbeit an der EU Rail Ticketing Regulation ein.
Seit Juni bin ich offiziell Berichterstatter im Europaparlament für genau diese Verordnung – das heißt, wir können hier endlich wirklich etwas bewegen!

Als passionierter Bahnfahrer kenne ich die Probleme aus eigener Erfahrung. Und ich mache mir gern ein Bild vor Ort. Deshalb bin ich zum Beispiel in diesem Herbst mit dem Zug von Brüssel über Paris nach Madrid und weiter nach Lissabon gefahren. Um zu schauen, wo es hakt, welche Rechte ich bei Verspätungen habe, wie einfach die Ticketbuchung bei vier verschiedenen Anbietern wirklich ist. Und ich habe mit Ticketplattformen und Bahnunternehmen gesprochen. Meine Erkenntnis: Alle hüten ihre Daten eifersüchtig, von selbst wird hier keine umfassende Kooperation zustande kommen. Genau deshalb brauchen wir eine EU Vorschrift, die Anbieter zum Mitmachen zwingt und das Reisen für alle einfacher macht.

Für die Mobilität der Zukunft
Europa hat ein fantastisches Bahnnetz. Und es ist die Zukunft – für einen klimafreundlichen, schnellen und verlässlichen Verkehr. Aber wir dürfen nicht nur bis zur Landesgrenze denken. Mobilität in Europa ist längst grenzüberschreitend – Zeit, dass wir auch bei den Fahrkarten europäisch denken!
Für einfaches Reisen, überall in Europa. Für gleiche Fahrgastrechte, überall. Und für eine Mobilität der Zukunft. Für mich, für euch, für alle!
Selbstversuch: Europa per Zug
Pressemitteilung